Der PO Einführungstext
Wohl kein anderes Gewässer weltweit hat in den vergangenen 10 Jahren soviele rießige Welse über 100kg hervorgebracht, wie der „Große Fluss“. – in Italien.
Der Po erstreckt sich über 650 Flusskilometer. Von den Schweizer Alpen kommend zieht er sich seine Bahnen in die Poebene hinab, bis er schließlich das Erste und zugleich auch Letzte Mal, in seiner rasanten Fahrt, bei Cremona durch eine Staustufe gebremst wird. Diese Staustufe trennt den Oberlauf vom Mittellauf, und ist dafür verantwortlich, dass die nachfolgenden Kilometer unter dem Wehr, eine sehr hohe Fischdichte aufweißen, da über 90% der verschiedensten Fischarten, ihre Wanderung flussaufwärts, dort beenden müssen. Dieser Bereich ist knappe 300 Flusskilometer von der Mündung des Flusses in die Adria, entfernt.
Der Po wurde erstmallig 1996 durch die Errichtung einiger Angelcamps, für den Angeltourismus zugänglich gemacht. Dies war etwas über 20 Jahre, nachdem die ersten Massen von Welsen in den Fluss gelangten. Die Fische kannten in den damaligen Anfangszeiten so gut wie keinen Befischungsdruck, so gut wie keinen Feind, und somit waren die Tagesfänge in den ersten Jahren, alles andere als durchschnittlich.
Heute, etwas über 30 Jahre nach dem Erstbesatz, sind uns Fische mit deutlich über 140kg und 2.78m bekannt. Wenn wir also davon ausgehen das Welse in freier Wildbahn bis über 80 Jahre alt werden können, dürfen wir uns also auf weitere Rekordgrößen freuen.
Die für den Besatz verantwortlichen Personen erkannten sehr schnell, das Sie über ihr eigenes Ziel um einiges hinausgeschossen waren. Die Welse vermehrten sich gerade in den Anfangsjahren explosionsartig und legten sehr gut an Masse zu, jedoch der Grundgedanke, die Fische als Hauptspeisefisch in der Poebene zu etablieren, ging völlig in die Hose. Dafür kamen aber ausländische Fleischjäger ins Land, vorrangig angelockt durch die Publikationen etlicher großer Welse in der Öffentlichkeit. Den Fischen wurde mit Legleinen nachgestellt, und Tausende Welse fanden so ihr Ende im In und Ausland.
Plötzlich waren die Fänge wie abgeschnitten, und natürlich wurde in erster Instanz der rigurosen Fischentnahme die Schuld zugewießen. Die andere Seite lag jedoch in den Händen der Sportangler, und zwar im Zurücksetzen der Fische. Die äußerst ausgebrägten Sinnesorgane der Welse, in Verbindung mit dem Zurücksetzen, war dafür verantwortlich, dass der größte Süßwasserjäger unter Wasser, einfach und zielsicher lernte, seinen einzigen Gegner zu umgehen, und das in den meisten Fällen mit einer beachtlichen Genauigkeit.
Die stätig abnehmenden Niederschläge im Verlauf der letzten Jahre, sowie die Entnahme von Wasser für die umliegende Landwirtschaft, bremsen den Fluss in den Sommermonaten bei Niedrigwasserstand stark ein. Im obersten Teil des Mittellaufes finden die Fische jedoch auch um diese Zeit perfekte Bedingungen vor, um auch bei Wassertemperaturen von über 25 Grad die Nahrung zügig zu verdauen. Auf den letzten Kilometern des Flusses, kann das bei solchen Temperaturen schon um einiges länger dauern, da einfach ein viel geringerer Sauerstoffanteil im Wasser herscht.
Speziell auch die immer heftiger werdenden Hochwasserfluten welche sich dem Poverlauf runterschieben, spielen eine immer größere Rolle. Die allermeisten Bäche und Flüsse wurden in den vergangenen Jahren fast völlig begradigt und ausgebaut, sodass hereinbrechende Regenfälle so gut wie nicht mehr versickern können. Gerade zu dieser Zeit, wenn der „Grosse Fluss“ Hochwasser führt, spüren die Jäger im Wasser das ihre Stunde geschlagen hat, und um diese Zeit gibt es wohl keinen besseren Abschnitt als den Mittellauf mit seinen rießigen Überschwemmungsgebieten.
Unser Flussabschnitt:
Wir befinden uns mit unseren Booten in Torricella, südlich von Parma in der Gemeinde Sissa. In diesem Gebiet befindet sich der Auslauf des Flusses Taro, der in den Apeninnen im ligurischen Naturpark Aveto entspringt. Die Flussmündung befindet sich in einer Außenkurve des Po, und bildet das Zentrum eines Abschnittes, welcher mit einer Vielzahl an unterschiedlichsten Bereichen aufwarten kann.
In erster Linie befinden sich in nächster Umgebung rießige Überschwemmungsgebiete, die in den Hochwasserzeiten eine Fischerei vom Feinsten bieten. Überschwemmte Wiesen, Buschreihen und Wälder, lassen ein Bild entstehen, das beinahe den Everglades gleicht. Doch auch bei Normalwasserstand finden die Welse was das Herz begehrt. Sehr viele Steinbuhnen im Quer und Längsverlauf des Flusses, Sandbänke mit etlichen Sandabrissen, Inseln mit Flachzonen und steilen Abbruchkanten, und sehr große Baggerhäfen mit direkten Verbindungen zum Po. Speziell jedoch die sehr starke Strömung macht diesen obersten Abschnitt des Po, bevor ihn bei Cremona eine Staumauer durchtrennt, so interessant und wird bestimmt noch viel von sich hören lassen.
Der Taro selbst, bietet nicht nur in den Hochwasserzeiten eine Fischerei vom Feinsten, auch bei Normalwasserstand ist er ein Anziehungspunkt sämtlicher Fischarten. Neben der Welsfischerei, finden auch die Karpfenangler hier einen hervorragenden Fischbestand vor, welcher eine ausgereifte Alterspyramide und ungewöhnlich schwere Exemplare hervorbringt.











