Gezielt Großfische:
Die Befischung großer Fischarten auf „ Catch and Release“ Basis, wurde in den vergangenen Jahren immer populärer. Doch gerade durch diese Entwicklung, hat sich ein neues Fenster aufgetan. Die wieder zurückgesetzten Fische haben die Möglichkeit erhalten, Erfahrungen mit Angelmaterial zu sammeln, und unterschiedlichst daraus gelernt, die Gefahrenquellen zu umgehen.
Genau hier kommt unser Angelführer ins Spiel. Er bringt Sie schnell und einfach zum Fisch, erklärt Ihnen das Wie/ Wo und Warum, und führt Sie durch unser Gebiet. Da der Fluss ständig sein Bild verändert, und die Fische es Ihm gleichtun, bringt ein erfahrener Angelführer Licht ins Dunkel. Wer sich also den Weitblick behält, und sich in die Welt des großen Flusses einführen lässt, der wird mit dicken Fischen auf der Kamera und großer Erfahrung nach Hause fahren.
In den allermeisten Fällen, wurden in den Bereichen an denen die Erfolge am Po stark zurückgegangen sind, immer die selben Methoden an den selben Plätzen eingesetzt. Speziell in der Welsangelei jedoch, hat sich im Punkto Befischungsmethoden sehr viel getan. Die Materialien wurden immer besser, und immer mehr kreative Angler eroberten das Neuland für sich. Der Facette der Methoden um Welse zu fangen sind fast keine Grenzen gesetzt, und sie werden es nicht glauben wieviele Tricks und Kniffe es gibt, um gezielt kapitale Welse zu fangen, bei scheinbar noch so schwierigen Bedingungen.
Angelführer 2010
Martin Grilz (Bild)
Wie siehst Du die vergangenen 10 Jahre der Welsfischerei?
Mehr, mehr und nochmals mehr! Die Entwicklung der letzten Jahre in diesem Bereich, war meines Erachtens schon sehr groß. Speziell im Bereich Wissen über diesen Fisch, hat sich einiges getan. Das Kunstköder Spektrum wurde immer größer, ob beim Verticalangeln oder Spinnfischen. Auch in der Ansitzangelei, bei stationären Methoden - kamen immer mehr "moderne" Varianten auf, für die verschiedensten Bedingungen und Einsatzbereiche. Die Materialien wurden immer besser, und die Zeit arbeitet ja auch für uns.
Die negative Seite für mich aus den letzten Jahren, war dann ja wohl der Umgang mit den Fischen, und die teilweise sehr "fischschonenden" Mehrfachhaken Systeme mit Drillingen usw.....
Allerdings können bei verschluckten Einzelhaken, ebenso tödliche Verletzungen auftreten..... nur wir sind dafür verantwortlich ob der Fisch den Köder überhaupt schlucken kann!
Was ist für Dich der ausschlaggebende Punkt, welcher diese Fischart für Dich so interessant macht?
Seine Größe und Form, sein Verhalten, die Fluchten von Grossfischen nach dem sie gehakt wurden, die Vielzahl an unterschiedlichsten Befischungsmethoden, die ständige Jagd nach dem Ungewissen einfach. In dieser Fischerei ist für mich alles möglich, speziell am Po. Jeden Moment kann der große Unbekannte beissen.
Wo liegen Deine Ziele in der Welsfischerei?
Meine Fischerei auch in Zukunft noch so ausüben zu können wie jetzt, mit ständig wachsenden Fischen. Dafür verantwortlich sind natürlich wir alle, in dem wir den Fischen nötigen Respekt entgegenbringen und schonend mit Ihnen umgehen. Nur dann ist ein weiteres ungestörtes Abwachsen gewährleistet. Sehr viele Fische wurden in der Vergangenheit am Po sehr schlecht behandelt. Sehr viele grosse Fische, wurden oft über etliche Kilometer, zurück zum Camp gebracht, dort gewogen und gemessen und fotografiert in allen erdenklichen Stellungen. Da das alles andere als eine schonende Behandlung ist, starben leider sehr viele Fische in den Stunden oder Tagen danach.
Fangtechnisch gesehen - ja da gibt es schon noch einige Fische die ich gerne haken würde, und natürlich auch landen.
Wie siehst Du das deutliche Ansteigen von Fängen über 2.40m in den letzten Jahren am Po?
Das ist der Lauf der Zeit! Welse wachsen ihr ganzes Leben, zwar in unterschiedlichen Schüben, aber sie tun es. Wenn wir davon ausgehen das die Besatzfische am Po, zumindest die Fische aus den ersten Jahren, nun alle um die 35 Jahre am Buckel haben, dann sind das alles Fische mit über 2.50m. Allerdings nur bei ungestörtem Abwachsen und dem Zurücksetzen der Fische. Sehr sehr viele Fische wurden in den vergangenen Jahren sehr schlecht behandelt, oder gleich getötet. Natürlich ist auch die Weiterentwicklung der Angler und deren Techniken dafür verantwortlich, das in der heutigen Zeit immer mehr dieser Fische gefangen werden, und natürlich das Zurücksetzen der Fische, von den Fängern der Vergangenheit.
Was würdest Du mit einem Zauberstab in der Fischerei verändern wollen?
Alle Angler die von Neid und Respektlosigkeit getrieben werden, verwandeln sich in Karauschen, auf der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit zum Po.
Jan Klösch (Bild)
Welcher Teil ist für Deine Faszination vom Fluss verantwortlich?
Pfoah - Mehrere! Da ist seine Unberechenbarkeit, er kann jeden Tag anders sein. Seine Form und Beschaffenheit. Das Ungewisse was in Ihm wohnt, natürlich durch seine trüben Fluten, auf ewig versteckt. Die Umgebung direkt am Fluss, was heißt vom Wasser bis zum Po Damm, ist eine einzigartige Welt voller verschiedenster Lebewesen. Seine Sandbänke, Schotterbänke bis hin zu rießigen Schlammwüsten - er hat einfach alles. Nicht nur für mich, sondern auch für die Welse. Er bietet Ihnen einen Lebensraum wie es ihn nirgendwo anders gibt. Ein 2 Meter Fisch am Po in Italien hat bei ungestörtem Abwachsen 10 - 12 Jahre, am Ebro hingegen haben die Jungs 15-17 Jahre, an der heimischen Donau etwas über 20 Jahre, und in heimischen Naturseen beispielsweiße mit klaren Sichtverhältnissen im Wasser gegen die 30 Jahre und mehr - alleine dieser Punkt was die Wachstums Verhältnisse anbelangt ist für mich schon immer wieder mehr als faszinierend!
Wo denkst Du liegst das Maximum von Längen und Gewichtswachstum der Welse am Po?
Positiv gesehen bei 3m und deutlichen 150kg. Werden jetzt wahrscheinlich einige denken - sehr positiv gesehen! Ist es ja auch, aber realistisch! Wie Martin bereits erwähnte, Fische mit um die 35 Jahren Lebenserfahrung am Buckel, bringen es auf deutliche 2.50m+ und ein wenig mehr. Je nach Gegebenheit wachsen natürlich sehr oft viele Fische unterschiedlichst ab. Werden Sie nach ihrem Erstfang überhaupt wieder zurückgesetzt, und tragen sie keine Verletzungen davon welche sie beim weiteren Abwachsen hindern? In Italien am Po wurden allerdings bereits Anfang der 50er Jahre vereinzelte Fänge bekannt, und in der heutigen Zeit, sind uns Fische bis an die 2.78m bildlich belegt, und das von nach der Jahrtausendwende. Auch mehrere Fische mit deutlich über die 2.60m sind belegt, und nicht Fische die 2.40m haben und 2.60m sein sollen. In jedem Fall ist die Wahrscheinlichkeit im Grossen und Ganzen, sehr sehr gering so einen Fisch am Fluss anzutreffen, da für mich realistisch betrachtet die Wahrscheinlichkeit nicht überall gegeben ist, überhaupt so alt zu werden um eine solche Grösse und ein solches Gewicht zu erreichen. Hinzu kommt noch die Erfahrung von großen Fischen durch deren Alter. Ein Fisch der weiß um was es geht, wenn sein Gehirn für Ihn Gefahr signalisiert, wird alles daran setzen, diese zu umgehen!
Gibt es für Dich unfangbare Fische?
Ein klares Nein! Zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, mit der richtigen Technik und dem richtigen Köder - ist jeder Fisch fangbar!
Wie siehst Du die Zukunft der Welsfischerei?
Rein Positiv! Zwar nicht jede Weiterentwicklung ist positiv zu sehen, aber in der Welsfischerei schon. Alleine wenn ich an den Kunstköder Boom beim Spinn und Verticalangeln denke, der Pelletangelei am Ebro oder der staionären Fischerei im Fluss - 99% der Fische werden dabei im vordersten Maulbereich gehakt. Der Trend geht klar zur Schonung der Fische, weg von mehreren Drillingen in Serie oder sonstigem - das ist für mich eine reine positive Entwicklung. Wenn ein Fisch beispielweiße einen Aal auf einer freilaufenden Posenmontage nimmt, wird er den Köder zu über 90% sofort inhalieren, und dabei im Schlund oder im Magensack gehakt - was für die meisten Fische tödlich endet. Das Wissen über diese Fischart und deren Angeltechniken wurde immer verbreiteter, und findet immer mehr Anhänger, was gleichzeitig auch für zusätzliche Denkanstösse sorgt.
Was würdest Du an dieser Stelle, jedem Neueinsteiger in dieser Fischart, mitgeben wollen?
Haut Ihn raus - den Grössten von Allen. Geht euren eigenen Weg, seid offen für alles Neue und macht eure eigenen Erfahrungen - den das sind wirkliche Erfahrungen! Bedenkt bitte auch immer das wir in Italien oder Spanien, beim Welsangeln, alle nur Gast in einem fremden Land sind, und dementsprechend sollten wir uns auch verhalten.



















